Gesundheitliche Angebote für geflüchtete Frauen in Berlin

Hier erfahren Sie, welche Beratungs- und Unterstützungs­möglichkeiten aktuell u.a. von unseren Mitgliedern angeboten werden.

Leider haben wir nicht die Möglichkeit diese Seite mehrsprachig zu gestalten. Die Homepages der Anbieterinnen sind in den meisten Fällen mehrsprachig.

Folgende Angebote gibt es:

  • Beratung für Migrant_innen mit HIV
  • Beratung zur sexuallen Gesundheit (auch HIV-Tests)
  • Telefonische psychosoziale Krisenberatung für Migrantinnen
  • Psycho-soziale Beratung in den zwei Arbeitsbereichen Gesundheit und LesMigraS
  • Telefonische psychosoziale Krisenberatung für Migrantinnen
  • Beratung rund um die Familienplanung/ Schwangerschaft/ Elternschaft
  • Babymassage-Kurse
  • Projekt "Gesundheitsversorgung von geflüchteten Frauen* verbessern"
  • Projekt "Schwangere und Mütter aus allen Berlin Unterkünften"
  • Lara - Krisen- und Beratungszentrum

Hier finden Sie die ausführlichen Beschreibungen der Angebote.

Eine Liste als pdf zum Herunterladen finden Sie hier.

 

 

Zugang zu medizinischer Versorgung für alle

In Deutschland müsse flächendeckend sichergestellt sein, dass eine leitliniengerechte HIV-Therapie als eine notwendige Behandlung im Sinne des Asylbewerberleistungsgesetzes anerkannt werde.

Dies fordert der Nationale AIDS-Beirat (NAB), ein unabhängiges Beratungsgremium des Bundesministeriums für Gesundheit, in einem Votum vom 10.06.2014.

Mit Sorge habe man festgestellt, dass in Deutschland bestimmte Gruppen nur einen eingeschränkten oder sogar keinen Zugang zu Beratung, Versorgung und einer leitliniengerechten HIV-Therapie hätten, heißt es in dem Votum. Dies betreffe unter anderem Menschen im Asylverfahren, Geduldete, Menschen ohne Aufenthaltsstatus sowie in Deutschland lebende Bürgerinnen und Bürger aus anderen EU-Mitgliedsstaaten.

Grund für diesen Missstand seien Bestimmungen des Asylrechts sowie die komplexe Rechtslage hinsichtlich des Krankenversicherungszugangs und -schutzes, so der NAB weiter. Auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der allgemeinen Versicherungspflicht und der Durchsetzung von Leistungsansprüchen in der Praxis werden vom NAB als entscheidende Hindernisse genannt. Zudem stehe die Residenzpflicht häufig einer notwendigen spezialisierten Behandlung und Beratung entgegen.

Der NAB empfiehlt daher – sofern eine Residenzpflicht für Asylbewerber und Geduldete besteht – sicherzustellen, dass an dem zugewiesenen Aufenthaltsort eine spezialisierte HIV-Behandlung und -Beratung problemlos erreichbar ist. Bei Entscheidungen zum Ende einer Aufenthaltsgenehmigung solle jeweils im Einzelfall geprüft werden, ob am Wohnort im Herkunftsland dauerhaft ein Zugang zur HIV-Therapie gewährleistet ist.

Um die Versorgung von HIV-infizierten EU-Bürgerinnen und -Bürgern in Deutschland länderübergreifend sicherzustellen, regt der NAB außerdem die Einrichtung einer zentralen Fachstelle „Gesundheit und EU-Zuwanderung“ an, die Unionsbürgern, Leistungserbringern und Beratungsstellen als Informationsquelle zur Verfügung stehen solle. Deren Aufgabe könne es zudem sein, das Thema Gesundheitsversorgung in bereits bestehenden beziehungsweise neu einzurichtenden Integrationsmaßnahmen verbindlich zu verankern. Denn Unklarheiten, Informationsmängel und uneinheitliche Rechtsanwendungen bezüglich des Zugangs von EU-Bürgern zur Gesundheitsversorgung, so die Befürchtung des Nationalen AIDS-Beitrats, könnten notwendige Behandlungen gefährden.

Weitere Informationen unter: aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/nationaler-aids-beirat-zugang-zu-medizinischer-versorgung-fuer-alle


 

 

Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat eine empirische Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland veröffentlicht (2017)

 Hier kann die Studie heruntergeladen werden

 

 

Traumatisierung durch weibliche Genitalverstümmelung

Ein Prozessmodell unter besonderer Berücksichtigung der Migration

Auf der Grundlage von Interviews mit afrikanischen Migrantinnen, Expertenbefragungen sowie weiteren explorativen Datenerhebungen wird, unter Berücksichtigung der Migration, mittels Grounded Theory ein dreiphasiges Prozessmodell der Traumatisierung durch weibliche Genitalverstümmelung entwickelt. Das Modell verdeutlicht, dass die Mechanismen der transgenerationalen Traumatransmission eng mit der Pathogenisierung des Traumas durch das Schweigegebot korrespondieren. Vor dem theoretischen Hintergrund von psychoanalytischer Psychodynamik, Bindungstheorie sowie Betrayal Trauma Theory ergibt sich ein Kategoriensystem, das sowohl die Wirkfaktoren der Traumatisierung als auch ihre Auswirkungen erfasst. Ob dessen Kategorien und deren Eigenschaften Relevanz für bisher in der klinischen Praxis nicht vorgesehene Anwendungsfälle haben, wird sich erweisen. Zweifellos bedürfen die einzigartigen Trauma-Erfahrungen im Kontext weiblicher Genitalverstümmelung, für die eine spezielle, von dissoziativen Störungen geprägte Phänomenologie der PTBS angenommen wird, einer spezifischen psychologischen Begleitung, Beratung und Therapie, die auf interkultureller Kompetenz basiert.

Hier kann der Text heruntergeladen werden (Dorin Katharina Strenge; in: TRAUMA & GEWALT, Heft 4/2013)