Arbeitsergebnisse

 

 

  • 17.10.2006 - Breast Care Nurse
    Fachveranstaltung /Workshop im Europäischen Parlament zum Thema Breast Care Nurse (mit Simultanübersetzung in deutscher Sprache)
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  • 26.6.2006 - Zertifizierung von Brustzentren muss Standard sein: Netzwerk Frauengesundheit Berlin stellt Positionspapier vor

Die stationäre Behandlung von Brustkrebspatientinnen in Berlin muss mittelfristig interdisziplinären Brustzentren vorbehalten sein, die nach klar definierten höchsten Qualitätsanforderungen zertifiziert sind. Nur so können geeignete Behandlungsangebote für Frauen mit Brustkrebs in Berlin transparent gemacht und die besten Überlebenschancen für Patientinnen sichergestellt werden.

Das hält das Netzwerk Frauengesundheit Berlin - ein Zusammenschluss von mittlerweile über 50 Organisationen - in einem Positionspapier zum Stand der stationären Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Berlin fest. Das Netzwerk Frauengesundheit Berlin hat eine Befragung von 23 Einrichtungen durchgeführt, die Brustkrebspatientinnen in Berlin stationär behandeln.

Die Ergebnisse der Eurocare-III-Studie konnten zeigen, dass Frauen mit Brustkrebs in Deutschland im europäischen Vergleich im 5-Jahresüberleben lediglich auf Platz 11 liegen. Im Netzwerk Frauengesundheit Berlin war dieses Ergebnis Grund genug, sich auch intensiver mit der Qualität der stationären Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Berlin zu befassen.

Hintergrund der Befragung sind aber auch die umfassenden Veränderungen in der medizinischen Versorgungslandschaft, wie die Zentrenbildung, die Einführung von speziellen Behandlungsprogrammen und Qualitätsmanagement, sowie Verträge zur integrierten Versorgung. Die Kosteneffizienz spielt bei knappen Budgets auch in der Brustkrebsversorgung eine immer größere Rolle. Qualitätsanforderungen müssen dennoch weiter ausgebaut werden und erfordern auch von Seiten der Frauen besondere Aufmerksamkeit, damit jede Brustkrebspatientin in Berlin zukünftig die besten Überlebenschancen hat.

Die Befragung des Netzwerk Frauengesundheit Berlin zeigte, dass auch in Berlin immer noch nicht alle Patientinnen in interdisziplinären Brustzentren behandelt werden. Über eine Zertifizierung als Brustzentrum verfügten lediglich fünf der befragten Einrichtungen. Die Anhebung der Zertifizierungsstandards auf europäisches Niveau steht ebenfalls aus, obwohl die Umfrage des Netzwerks ergeben hatte, dass lediglich eine der Einrichtungen die Umsetzung der europäischen Anforderungen nicht anstrebt.

Eine Reihe von weiteren Defiziten in der medizinischen Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Berlin kam durch die Umfrage zutage. So erscheint etwa eine stärkere Spezialisierung für komplizierte – und eher selten durchgeführte – wiederherstellende Operationsverfahren sinnvoll. Eine psychoonkologische Begleitung ist für die Patientinnen nicht immer im erforderlichen Umfang verfügbar, wenn sie notwendig ist. Die Unterstützung der Patientinnen durch spezialisierte Brustschwestern nach europäischem Vorbild, die bei Übermittlung der Diagnose und für die Koordination und Begleitung durch den gesamten
Behandlungsablauf sowohl ambulant, wie auch stationär zur Verfügung stehen sollen, muss in Berlin erst noch etabliert werden. Für Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung müssen spezielle Versorgungsangebote aufgebaut werden und insbesondere Informationsangebote, aber auch Barrierefreiheit und Sprachmittlung in Brustzentren müssen dringlich verbessert werden.

Das in Kürze in Berlin anlaufende Programm zur Brustkrebs-Früherkennung nach Europäischen Leitlinien (Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 70 Jahren) setzt die Sicherstellung von geeigneten Behandlungseinrichtungen ebenfalls voraus und ist in Diagnostik und Behandlung direkt an assoziierte Zentren gekoppelt. Die vorgehaltenen Therapieangebote in Berlin müssen jedoch für alle Frauen, z.B. unabhängig vom Erkrankungsalter, qualitativ gleichwertig sein.

Das Netzwerk Frauengesundheit Berlin wird sich im Dialog mit allen Beteiligten wie zum Beispiel den Brustzentren in Berlin, der Gesundheitspolitik, den Gesundheitsbehörden, den Kassen u.a. für weitere Verbesserungen in der medizinischen Versorgung von Frauen mit Brustkrebs nachhaltig einsetzen.

Die Essentials, Ergebnisse und Forderungen des Netzwerks sind im Positionspapier „Stand der stationären Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Berlin“ zusammengefasst.


Ansprechpartnerinnen:
Gudrun Kemper
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Karin Bergdoll
T. 030/851 49 90
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