Wahlprüfsteine des Netzwerk Frauengesundheit Berlin zur Abgeordnetenhauswahl 2021

Das Netzwerk Frauengesundheit Berlin hat für die Abgeordentenhauswahl 2021 Wahlprüfsteine erstellt und diese am 28. April 2021 mit Fraktionsvertreter*innen diskutiert. Gesundheits- und gleichstellungspolitische Sprecher*innen der Fraktionen im Abgeordnetenhaus wurden gefragt:

Was ist in den Wahlprogrammen für Berlin im Bereich Frauen und Gesundheit geplant?
Welche Handlungsstrategien sollen für die Verbesserung der frauengesundheitlichen Versorgung in Berlin umgesetzt werden?

Für die Fraktionen haben teilgenommen:

  • Thomas Isenberg (SPD-Fraktion, Sprecher für Gesundheit)
  • Dr. Maren Jasper-Winter (FDP-Fraktion, Sprecherin für Aus-/ Weiterbildung und Frauen)
  • Catherina Pieroth-Manelli (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Sprecherin für Gesundheit)
  • Ines Schmidt (Fraktion Die Linke, Sprecherin für Gleichstellung)

Vorab waren die Wahlprüfsteine auch an die Berliner Parteivorstände verschickt wor­den mit der Bitte um schriftliche Stellungnahme. Die Antworten stehen zum Download:

Stellungnahme SPD
Stellungnahme FDP
Stellungnahme Bündnis 90/ Die Grünen
Stellungnahme Die Linke
Stellungnahme CDU (Fraktionssprecher*innen der CDU nahmen aus terminlichen Gründen aber nicht an der Diskussion teil).

Die Wahlprüfsteine 2021 stehen hier zum Download.

 


 

„Spieglein, Spieglein an der Wand …"

Online-Umfrage zu Schönheitsoperationen und Körperoptimierungen des Nationalen Netzwerks Frauen und Gesundheit startet

Das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit führt eine online-Umfrage durch, zu der wir um Ihre Unterstützung durch Mitmachen und Verbreitung bitten. Das Netzwerk möchte mehr Informationen rund um das Thema Schönheitsoperationen sammeln und setzt sich für eine gute Versorgung in Bezug auf Information, Beratung, Aufklärung und Qualität ein. Hierbei sind wir auf die Erfahrungen, Einstellungen und Einschätzungen von betroffenen Frauen und Männern angewiesen.

Wenn Sie selbst Erfahrungen mit Köperkorrekturen haben oder jene Frauen oder Männer kennen, helfen Sie uns Licht ins Dunkel zu bringen. Wir laden Sie herzlich ein, an unserer anonymen Kurzbefragung teilzunehmen oder den Link an betroffene Personen weiterzuleiten.

Bis Mitte November finden Sie den Fragebogen unter >> https://www.surveymonkey.de/r/Umfrage-Koerperoptimierung

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit ist ein Zusammenschluss von 18 Verbänden und Netzwerken, die sich für eine gute gesundheitliche Versorgung für Frauen und Mädchen einsetzen. Das Netzwerk Frauengesundheit Berlin ist eine der Mitgliedsorganisationen des Nationalen Netzwerks.
 
Folgende Organisationen unterstützen die online-Umfrage:
Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. – Fachgruppe Frauen
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V.
Lachesis e.V. – Berufsverband der Heilpraktikerinnen
Deutscher Hebammen Verband
pro familia Bundesverband
Netzwerk Frauen/Mädchen und Gesundheit Nds.
bremer forum frauengesundheit
Netzwerk Gender in Arbeit und Gesundheit
Netzwerk Frauengesundheit Berlin


 

"Familien in der wachsenden vielfältigen Stadt" - Berliner Familienbericht 2020

Am 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie, hat der Berliner Beirat für Familienfragen den Familienbericht 2020 an den Senat von Berlin übergeben.

Die Themenbereiche sind:
familienfreundliche Stadt, Infrastruktur für Familien, Verein­barkeit von Familie und Beruf, Familie und Bildung sowie Gesundheit und Pflege. Der Bericht enthält Daten, Analysen und Handlungsempfehlungen sowie Aussagen von Familien und gute Beispiele aus der Praxis.

Zum Download der Berichte v. 2020, 2015 sowie früherer Jahre


 

Videokampagne "digital und real"

Das Projekt bff: aktiv gegen digitale Gewalt veröffentlicht seit 16.03.20 wöchentlich ein neues Video zum Thema "Digitale Gewalt". Bisher sind vier Videos erschienen:

·     Was ist digitale Gewalt?

·     Hatespeech und Diskriminierung im Netz

·     Digitale Gewalt in Beziehungen

·     Unterstützung und Empowerment bei digitaler Gewalt

→ Link zu den Videos

→ Hier gibt es Infos über den bff / Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.


 

Die Gesundheit von Frauen muss auch in Corona-Zeiten im Blick sein!

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) informiert auf seiner Website über die vielfältigen Folgen der Corona-Pandemie für Frauen (Text: Sonja Siegert):

"Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor massive Herausforderungen. Kitas und Schulen schließen, die Krankenhäuser bereiten sich auf eine hohe Zahl an schwer Erkrankten vor, der Einzelhandel ist teilweise überlastet. Viele Geschäfte sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, die Reisefreiheit eingeschränkt. Diese Maßnahmen werden eingesetzt, um die Zahl der Erkrankten möglichst so niedrig zu halten, dass das Gesundheitssystem nicht völlig überlastet wird, und besonders gefährdete Gruppen zu schützen. Nicht aus dem Blick geraten darf dabei: All dies hat vielfältige Folgen besonders für Frauen.

Care-Arbeit: Die Sorge für Kinder, die nun nicht in die Kita oder die Schule können, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr bei Frauen liegen, da sie immer noch wesentlich mehr Fürsorgearbeit (Care-Arbeit) leisten als Männer. Das Gleiche gilt für die Sorge für ältere Angehörige und Menschen mit Vorerkrankungen. Wenn also noch viel mehr dieser Arbeit nun zu Hause erledigt wird, sind Frauen davon besonders betroffen. Sie brauchen Entlastung, Unterstützungsangebote vor Ort und ökonomische Absicherung.

Arbeitsschutz: Frauen arbeiten überproportional häufig in der Pflege, in der Altenbetreuung und im Einzelhandel. Hier sind sie ohnehin oftmals schon überarbeitet und schlecht geschützt. Nun kommen noch Sonderschichten, Zeitdruck und ein höheres Infektionsrisiko als für viele andere Berufstätige dazu. Zudem ist die psychische Belastung sehr groß. Wirksame Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich.

Ungewollte Schwangerschaft:  Der Zugang zur Schwangerschafts(konflikt)beratung und zu Schwangerschaftsabbrüchen muss weiter möglich sein. Pro Choice Passau meldet, dass der einzige Arzt, der dort Abbrüche durchführt, diese Woche auch wegen Corona in den Ruhestand geht.[1] Die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen müssen gewahrt sein!

Schwangerschaft und Geburt: Schwangerschaftsvorsorge, Geburtshilfe und Nachsorge müssen weiterhin sichergestellt werden. Begleitpersonen müssen weiterhin zu Geburten zugelassen werden, wie es in vielen Krankenhäusern auch geschieht – natürlich mit den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen. Mehr dazu findet sich bei unserer Mitgliedsorganisation Mother Hood: Hinweise und Empfehlungen für Schwangere zu Corona

Häusliche Gewalt: Es gibt Berichte aus China, dass es während der Quarantäne-Maßnahmen verstärkt zu häuslicher Gewalt gekommen ist. Dem muss so gut wie möglich vorgebeugt werden. Hilfsangebote wie Frauenhäuser müssen weiter erreichbar sein und gerade jetzt ausgebaut werden, wo irgend möglich.

Und noch mehr Fragen stellen sich: Können Alleinerziehende besondere Unterstützung bekommen? Wie ist es mit prekär beschäftigten und/oder solo-selbstständigen Frauen, die nun mit einem wegbrechenden Einkommen und der Care-Arbeit klarkommen müssen? Was ist mit Migrantinnen, die in der Pflege und Betreuung arbeiten und sich um ihre Angehörigen im Heimatland sorgen? Wie ist die Situation von Sexarbeiterinnen, wenn der Betrieb von Bordellen verboten ist?

Der Arbeitskreis Frauengesundheit fordert: Die Gesundheit von Frauen muss besonders in dieser Krisenzeit so gut wie möglich geschützt werden! Plötzlich wird überdeutlich, wie systemrelevant Pflegekräfte, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Kassiererinnen, Ärztinnen und Reinigungskräfte sind. Care-Arbeit muss endlich gesellschaftlich die Anerkennung bekommen, die sie verdient!

Forscherinnen der „Gender and COVID-19 Working Group“ rufen in der Zeitschrift Lancet Regierungen und globale Gesundheitsinstitutionen dazu auf, zu analysieren, welchen Einfluss die COVID-19-Ausbrüche auf die Geschlechter haben. Sie fordern, die Stimmen der Frauen an vorderster Front der Pflege und Care-Arbeit sowie die von besonders betroffenen Menschen bei weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie mit einzubeziehen. Nur so können diese effektiv sein und bestehende Ungleichheiten nicht reproduzieren. Dieser Forderung schließt sich der Arbeitskreis Frauengesundheit an."

Quellenangabe:

[1] https://twitter.com/prochoicepassau/status/1239942722217291776?s=09

Weitere Infos auf der Website des AKF e.V.


 

"Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt. Information zum Gewaltschutzgesetz"

Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz veröffentlichte Broschüre "Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt. Information zum Gewaltschutzgesetz" gibt es nun in einer aktualisierten Fassung (veröffentlicht April 2019).

Erhältlich ist eine deutsche, eine arabische, eine persische, eine türkische und eine englische Version.

Auf der Website des BMFSFJ ist es außerdem möglich, sich die Broschüre vorlesen zu lassen.


 

Femizide in Deutschland verurteilen und stoppen

Das Netzwerk Frauengesundheit Berlin hat gemeinsam mit dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) und dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung eine Erklärung zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen veröffentlicht (24.11.18):

Femizide in Deutschland verurteilen und stoppen

Nach den Daten des Bundeskriminalamts zur Partnerschaftsgewalt wurden im Jahr 2017 364 Frauen von ihrem Ehepartner oder Ex-Partner getötet.  Das bedeutet, dass in Deutschland im Durchschnitt jeden Tag ein Mann seine Frau oder ehemalige Partnerin ermordet oder dies versucht. 11.839 Frauen wurden gefährliche und schwere Körperverletzungen zugefügt, davon 6 mit Todesfolge.

Die politisch Verantwortlichen sowie die Medien werden aufgefordert:

  • Die Sprache in der medialen Berichterstattung zu ändern: Gewalt an Frauen muss als Gewalt an Frauen benannt werden.
  • Die Daten in der Statistik aussagekräftig zu machen: zwischen versuchter und vollendeter Tat muss unterschieden werden. Die Daten müssen, wie es die von Deutschland ratifizierte Istanbul-Konvention fordert, zeitnah veröffentlicht werden.
  • Von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen zu schützen:
    • Sofort Schutz bieten durch ausreichenden und schnellen Zugang zu Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen
    • Durch die Verbesserung des Zugangs zu Beratungsstellen, um ihre Situation und ihre Handlungsmöglichkeiten abzuklären
    • Durch angemessene rechtliche und therapeutische Beratung und Begleitung.

Hier finden Sie die vollständige Erklärung zum Download als pdf.


 

Istanbul-Konvention

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat in seiner Analyse „Die Istanbul-Konvention. Neue Impulse für die Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt" Handlungsempfehlungen zu dessen Umsetzung formuliert (u.a. Kapitel zu Flüchtlingsfrauen, zu Frauen mit Behinderungen, Kindern, sexualisierter Gewalt und zur Opferentschädigung).

Hier geht es zum Download der Publikation.

s.a. Pressemitteilung v. 31.01.2018: „Istanbul-Konvention: Geschlechtsspezifische Gewalt wirksam bekämpfen“.


 

 

Gesundheitliche Versorgung nach häuslicher und sexueller Gewalt

S.I.G.N.A.L. e.V. veröffentlicht Übersetzung der WHO Leitlinien

S.I.G.N.A.L. e.V. legt die deutsche Fassung der evidenzbasierten WHO Leitlinien „Responding to intimate partner violence and sexual violence against women - WHO clinical and policy guidelines” vor. Die Übersetzung erfolgte lizensiert durch die Generaldirektion der WHO und wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.
„Gewalt in Paarbeziehungen und sexuelle Gewalt“, so Dr. García-Moreno, WHO Abteilung für reproduktive Gesundheit und verantwortlich für die Leitlinien „sind eine weltweite Problematik mit epidemischem Ausmaß und mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Betroffenen“.


Hier findet sich die komplette Presseerklärung (v. 01.06.2014) und
>>hier sind weitergehende Informationen.


   

Offener Brief
zur Aufhebung des § 219a StGB
von 27 Organisationen unterzeichnet (11.10.2018)