"Der zornige Kaktus" - Negativ-Preis für sexistische Werbung

Terre des Femmes e. V. (TDF) vergibt den Negativ-Preis „Der zornige Kaktus“ an Unternehmen mit besonders frauenfeindlicher Werbung.

 

Der Gewinner des „Zornigen Kaktus“ 2021 ist der Landhandel Surmühle in Teisendorf. Begründung der Jury: "Mit dem Slogan 'Putzsklaven zu verkaufen!' und einer erotisch dargestellten jungen Frau versucht Surmühle Saugroboter zu vermarkten. Eine auf gleich drei Ebenen fragwürdige Strategie: Die Worte 'Sklave' und 'zu verkaufen' verharmlosen das rassistische System der Sklaverei, und das Wort 'Putzsklaven' lässt auch mit erschreckender Ignoranz außer Acht, dass Tausende Menschen – meist Zugewanderte, meist Frauen – in Deutschland als unterbezahlte Putzkräfte schuften müssen. Und nicht zuletzt: Die Darstellung der Frau bedient das Klischee des Frauchens, das nur noch zum Sex verfügbar zu sein hat, jetzt, wo der iRobot das Putzen erledigt."
Hier gibt es weitere Infos zum Voting 2021

2020 hat TERRE DES FEMMES den 1. Preis an die Brauerei Füchschen Bier aus Düsseldorf verliehen. Begründung der Jury: "Schon öfter wurden Werbungen der Marke 'Füchschen Bier' beim 'Zornigen Kaktus' eingereicht. Diese Werbung ist jedoch besonders geschmacklos: Die Frau wird freizügig gekleidet als Stück Fleisch auf einem Grill präsentiert und damit komplett objektifiziert. Hinzu kommt der Spruch, man müsse diese mal 'richtig durch nehmen' und ein Füchschen dürfe nicht abgewiesen werden. Dies weckt sofort die Assoziation zu sexualisierter Gewalt."
Hier gibt es weitere Infos zum Voting 2020.

2019 wurde der 1. Platz für sexistische Werbung auf dem Firmenwagen eines Handwerkers verliehen. Hier gibt es weitere Infos.

In 2018 wählte die Jury drei Favoriten aus, über die auf der TDF-Homepage und bei Facebook abgestimmt werden konnte.
Das Abstimmungsergebnis finden Sie hier.

Hier gibt es weitere Infos und Beispiele mit Kriterien zu sexistischer Werbung.


 

Jahrbuch „Deutscher Werberat 2018“

Das Jahrbuch des Deutschen Werberats für 2017 dokumentiert insgesamt 1.389 Beschwerden, die sich auf 787 Beschwerdefälle verteilten (+12 Prozent). Wie in den vergangenen Jahren bildete der Beschwerdegrund ‚Geschlechterdis­kriminierende Werbung‘ den Schwerpunkt der Proteste mit insgesamt 321 Fällen (rund 60 % aller Fälle).

Weitere Infos s. www.werberat.de.
Das Jahrbuch kann als  PDF-Datei kostenfrei bestellt werden über werberat(at)werberat.de


Kluge Werbung geht ohne Sexismus

Sexistische, frauenfeindliche und diskriminierende Werbung ist eine Verkaufsstrategie, die uns täglich begegnet.
Der Deutsche Frauenring e. V. hat einen Flyer mit Informationen herausgegeben (2017), wie wir dagegen aktiv werden können. Die Initiative wird unterstützt vom Netzwerk Frauengesundheit Berlin.

 


"Sexism Shouldn’t Sell“

Die Frauen- und Gleichstellungs­beauftragte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg hat einen Handlungsleitfaden herausgegeben zur Umsetzung von Maßnahmen gegen sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung sowie eine Postkarte, die als Protest an Unternehmen gesendet werden kann (Sept. 2017).

 


 

"Sexistische Werbung ist umgehend zu stoppen“

Der AKF e.V. hat ein Interview mit Ulrike Hauffe (Landes­beauftragte für Frauen des Landes Bremen) über den Erfolg der Bremer Plakataktion gegen sexistische Werbung „Make Werbung Great Again“ geführt. Hier kann das AKF-Interview (Nr. 11, 21.09.2017) gelesen werden.

Hier sind weitere Infos über die Plakataktion zu finden.


 

Frauen nur als Deko - Sexismus in den Medien

Am 28. September 2016 fand in der Friedrich-Ebert-Stiftung die Konferenz  Frauen nur als Deko - Sexismus in den Medien statt.

 

Es ist möglich die Veranstaltung hier im Nachhinein nochmal online zu sehen.


 

Gegen Geschlechterdiskriminierende Werbung

Geschlechterdiskriminierende Werbung hat viel mit Frauengesundheit zu tun. Es ist bekannt, dass frauenfeindliche Werbung und Gewalt gegen Frauen miteinander verknüpft sind (s. Pressetext v. 03.07.2009 Sexistische Witze schüren Gewalt gegen Frauen).

Auch ist sexistische Werbung an sich strukturelle Gewalt.
Der permanente Konsum von sexistischer Werbung, gegen die sich kein Mensch erwehren kann, da sie allgegenwärtig ist, führt häufig zu einem gestörten Körperbild.

Gemeinsam mit anderen Organisationen setzen wir uns gegen sexistische Werbung ein, u.a. mit PinkStinks Germany und TERRE DES FEMMES.